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Gestern durfte ich bei einem der besten Konzerte meines Lebens dabei sein. Dabei konnte der Regen, der sich nach einiger Zeit (trotz lautstarkem dagegen ansingen) einstellte, die Stimmung nicht trüben.

Vorband schon ein Highlight

Stefan ließ es sich nicht nehmen die Vorband Jazul selbst anzukündigen. Die Jazz-Soul-Band um den Bassisten von Stefan Gwildis, Achim Rafain, hat sich selbst das Ziel auf die Fahnen geschrieben, musikalisches Neuland zu betreten indem sie mehrere Stile miteinander vermischen. Zur Bandfamilie gehören neben Achim am Bass noch Ingolf Burkhardt (Trompete), Roland Cabezas (Gitarre) und David "Dezzie" Paulicke (Schlagzeug). Titel wie Despace d'sho (Das passt schon Anm.d.R.) und Desjazzdo (man lese es selbst heraus) zeugen genau wie die Musik von interessanter Kreativität.

...und dann ging es los

Nach dem halbstündigen Vorglühen mit Jazul als Vorband ging es nach einer erstaunlich kurzen Umbaupause dann mit Stefan weiter. Ich muß zugeben, dass ich mir nicht alle Lieder merken konnte, die an diesem Abend gespielt wurden. Dafür war ich zu sehr überwältigt; überwältigt von der Lockerheit des Protagonisten, überwältigt von der Stimme und Stimmung, überwältigt von der Art wie Stefan das Publikum mit in seine Show einbindet und wie er ohne zu stottern auch Stellen überbrückt, an denen er den Text vergessen hat. Man bekommt es mit, aber es fühlt sich an, als ob es dazu gehört. Die Nähe zum Publikum entsteht durch viele kleine Gesten in einem großen Gesamtbild. So hat er mindestens 1/4 der Zeit mit dem Publikum im Regen gestanden, Leute immer mal wieder mitsingen, Ute zur Publikumssprecherin wählen lassen und zwei Fans auf die Bühne geholt. Einer der sich am Percussion-Set austoben durfte (und sich dort richtig gut geschlagen hat) und einen Fast-Ehemann, der von seiner Fast-Ehefrau einst nach einem Gwildis-Konzert gesagt bekommen hat: "War das schön gewesen, hättest Du mir hier einen Antrag gemacht." Gestern hat er die Chance bekommen das nachzuholen und seine Chance eindrucksvoll genutzt.

Fazit

Stefan ist in meinen Augen einer der ganz großen Improvisationsmusiker. Er nimmt Stimmungen aus dem Publikum auf, reflektiert sie und bastelt eine geile Show drumherum. Anders als bei anderen Künstlern fühlt man sich als Publikum im Mittelpunkt und das bringt ungeheuren Spaß.

One more thing...

Dank an Silvia und Ralf, die Stefan persönlich kennen und uns dadurch nicht nur einen aufregenden und spannenden Abend vor, sondern auch hinter der Bühne verschaffen konnten. Dank an Stefan "himself" dafür, dass wir mit auf die Gästeliste durften und für den erfrischenden, wenn auch kurzen, Schnack nach der Show. Ich hoffe, wir werden mal wieder die Gelegenheit haben. Bis dahin, wird es für mich ganz sicher nicht das letzte Stefan Gwildis Konzert gewesen sein und ich kann nur jedem Leser ans Herz legen es auch mal auszuprobieren.

Zurück

Wie sich herausstellte, kamen wir gerade richtig zu den Australian Open nach Melbourne. Das hatte den positiven Nebeneffekt, dass wir mal Live bei einem solchen Event dabei sein konnten, aber leider auch den Nachteil, das kaum noch Hostelzimmer zu finden waren. Die Zimmer die man noch beziehen konnte waren teurer als ausserhalb der Australian Open, teilweise bis zu 50%.

Da wir eh durch annaehernd alle Hostels in Melbourne gelaufen sind um unseren Autoverkauf anzupreisen, fand sich letztlich eine Unterkunft im Zentrum. Ein Ticket fuer die Australian Open war dann auch schnell gekauft. Wir haben uns entschieden einen Sitzplatz in der Arena zu beziehen, der am ersten Tag $50 kosten sollte. Da offenbar ein paar Plaetze storniert wurden konnten wir noch sehr gute Plaetze in der 10. Reihe in einer der Kurven im Schatten bekommen. Wir haben natuerlich direkt zugeschlagen.

Das erste Spiel haben wir dann auch in der Arena geschaut. Serina Williams gegen Jarmila Gajdosova aus Australien. Das Match war weniger spannend, weshalb wir uns anschliessend dazu entschieden haben den Rest vom Match von Rainer Schuettler zu schauen, einem der deutschen Hoffnungstraegern. Das war schon deutlich spannender. Einen Sonnenbrand spaeter sind wir in den schuetzenden Schatten der Arena zurueck gekehrt und haben beim Match Tsonga gegen Murray mitgefiebert. Das war ein Match, fuer das sich der Eintritt definitiv gelohnt hat. Zum abschluss gab's dann noch Phillip Kohlschreiber. Die deutschen Fans waren mir bei diesem Spiel leider ein wenig - sagen wir - zu aktiv, was den Spass an dem eigentlich recht guten Match etwas gedaempft hat.

Alles in allem ein schoener und erfolgreicher Tag. Auch fuer unsere deutschen Spieler. Den Rest der Australian Open werde ich wohl hier im Hostel oder einem der zahlreichen public viewing Plaetzen ansehen.

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